Trinkgeld
Trinkgelder sind in Michigan, wie überhaupt in den USA, mehr als nur ein Ausdruck der Anerkennung für guten Service. Tatsächlich leben nicht wenige Kellnerinnen und Kellner zu einem großen Anteil von den Trinkgeldern ("Tip"). Üblich sind gut und gerne 20 % der Rechnungssumme; gehen Sie mit Einheimischen aus, werden Sie sich mit einiger Sicherheit blamieren, falls Sie unter dieser Quote bleiben.
Wir haben uns, ehrlich gesagt, einige Male nicht an diese Regelung gehalten und sind bei den in Europa eher üblichen 10% geblieben. Auch in den USA wird man nicht immer freundlich und zuvorkommend bedient; man trifft wie wohl überall sonst auf der Welt auch hier trantütige, lustlose und auch einmal unhöfliche Kellner. Wer seinen Job nicht ordentlich macht, den möchte ich nicht auch noch belohnen. Daß die Minimum Wage, das Mindestgehalt, in Michigan bei $5 pro Stunde liegt, ist nicht meine Schuld; wer sich in den USA zu Dritte-Welt-Bedingungen anstellen läßt, sollte nicht damit rechnen, daß ich die Differenz bezahle, wenn der Service nicht stimmt. Da lege ich dann lieber bei einer freundlichen Bedienung beim nächsten Mal gerne extra noch etwas drauf.
Bedenken sollte man, daß die "Kürzung" des Tips als Ausdruck äußersten Mißfallens gewertet wird, während dies in Deutschland wohl einfach als Geiz gewertet wird. Wer zufrieden war (bzw. zufrieden sein sollte :-), der sollte sich also auch nicht lumpen lassen. Rechnen Sie beim Restaurant-Besuch also immer mit 20% Extra-Kosten, dann erleben Sie keine unliebsamen Überraschungen.